Ungarische Volkstanzproben

Zu unseren Tanzproben sind alle Interessierten (Anfänger und Fortgeschrittene) jederzeit herzlich willkommen! 

Unser Proberaum befindet sich im Gebäude von Sportjugend:

Rödelheimer Parkweg 13, 60489 Frankfurt

(direkt am Brentanobad, dem Sportverein SG Rot-Weiss Frankfurt 01 gegenüber)

Unser Proberaum ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (U-Bahn 7, Haltestelle Fischstein) gut erreichbar.

Weitere Informationen über Probezeiten für Anfänger und Fortgeschrittene:

Orsolya JORDÁN (Tel: 06123 701 866), oder per E-mail an:

verein@rezeda.de

Schnupperkurs jederzeit möglich!

Das musikalische und tänzerische Bewegungsmaterial der ungarischen Tanzdialekte ist (dank der Arbeit der Volkslied- und Volkstanzdatensammler) nach Regionen gut dokumentiert und steht jedem zur Verfügung, der Tanz lernen oder lehren möchte.

Das Tanzmaterial der Landschaftseinheiten, Siedlungen, besteht aus sogenannten Ordnungen, die eine in sich geschlossene Einheit (Tanz) bilden, mit einem bestimmten Motiv und Schritten zu Musik unterschiedlicher Rhythmen.

Um den Reichtum des ungarischen Volkstanzerbes zu zeigen, möchte ich als Beispiel einen Dorftanz hervorheben, der die ganze Schönheit dieser Kultur treffend beschreibt. Und dieses Dorf ist der Volkstanz von Szék in Siebenbürgen, einschließlich Szék in der Region Mezőség. Die Tanzkultur, Liedtradition und Tracht dieses ehemaligen Bauerndorfes, das in einer abgelegenen Gegend nördlich von Kolozsvar liegt, ist fast bis heute erhalten geblieben und wird von Volkstanzforschern und -lehrern mit großer Zuneigung präsentiert.

Das Dorf hat nicht nur einen Tanz, sondern sieben!

Diese sieben Tänze sind ein ausgezeichneter Hinweis auf die Struktur der Tänze der Region: es gibt Tänze der alten Schicht (die Junggesellen: dichtes und spärliches Tempo), die neuere Schicht wird durch den "langsamen", den Csárdás, die Quadrille oder Ungarisch und den Verbunk repräsentiert, aber es gibt auch Tänze gemischten Typs, die Porka und den Siebenschritt, (die beiden letzteren sind von der westeuropäischen Tanztradition inspiriert).   Diese sieben Tänze wurden (und werden immer noch) in einer strengen Tanzreihenfolge getanzt.  Dies war der Dialekt, der von der städtischen Jugend im ganzen Land zur Zeit des Aufkommens der Tanzhäuser (Anfang der siebziger Jahre) übernommen wurde.

Die ungarische Volkstanzbewegung hatte (schon von ihren Anfängen an) das Ziel, den Volkstanz zu bewahren, zu pflegen und weiterzuentwickeln, aber diese Absichten gingen verloren: Bald setzten sich zwei Strömungen durch, die die Aufgaben "Pflege" und "Entwicklung" jeweils unterschiedlich interpretierten. Einer von ihnen bemühte sich besonders, Volkstanzformen wissenschaftlich und authentisch zu erforschen und darzustellen, und suchte auch in der choreographischen Arbeit eine Art Authentizität, mit dem Ziel, den Volkstanz in eine hohe Kunstform zu verwandeln. Für den anderen Ansatz liegt das Wesentliche in der Unmittelbarkeit des Lebens mit der Volkskunst.

Und er erkannte auch, dass Tanz wie Sprache funktioniert. Es gibt Worte, es gibt Schritte, es gibt Phrasen, es gibt Motive, es gibt Gedanken, es ist freier Tanz (Improvisation). Und das alles ist umgeben von einem strengen Etwas, der "Tanzordnung", die nicht gebrochen werden darf.

Es war ein wichtiger entscheidender Moment in der Erneuerung des ungarischen Volkstanzes in den frühen siebziger Jahren. Sie fiel mit dem Aufkommen der Táncház-Bewegung zusammen, die die Inszenierung des Volkstanzes revolutionierte und eine radikal neue Methode der Tanzausbildung einführte.

Bevor wir darüber sprechen, ist es unerlässlich, und als Zeichen des Respekts, die Namen der großen Vorgänger zu erwähnen, vor allem Béla Bartók und Zoltán Kodály, die fast als erste die Bedeutung des ungarischen Volksliedes (und des Volkstanzes) erkannt haben. Sie hatten bereits die technischen Mittel (den Phonographen), um das Lied (den Ton) zu sammeln, aber noch nicht die Kamera, um den Tanz (das Bild) aufzunehmen.